Biografie

Theater
Johanna Wokalek wurde in Freiburg im Breisgau geboren und studierte Schauspiel am Wiener Max Reinhardt Seminar, unter anderem bei Klaus Maria Brandauer. Bereits während ihres Studiums debütierte sie als Theater- und Filmschauspielerin. Von 2000 bis 2016 war sie festes Mitglied im Ensemble des Wiener Burgtheaters. Dort arbeitete sie mit RegisseurInnen wie Luc Bondy, Andrea Breth, Peter Zadek, Thomas Vinterberg und Dieter Giesing. 2016 war sie in Alvis Hermanis‘ „Platonov“ sowie Luc Bondys „Tartuffe“ zu sehen. Zu ihren herausragenden Partien am Burgtheater gehörten die Titelrollen in Kleists „Das Käthchen von Heilbronn“ oder Lessings „Emilia Galotti“.

 

Film
Für die Hauptrolle in Hans Steinbichlers Heimatfilm „Hierankl“ (2003) erhielt Johanna Wokalek den Bayerischen Filmpreis, den Förderpreis Deutscher Film (Schauspiel) und den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Der Durchbruch als Kinodarstellerin gelang ihr 2005 mit Til Schweigers Erfolgsfilm „Barfuss“. Weitere Kinorollen folgten in Philipp Stölzls Bergsteigerdrama „Nordwand“ (2008), Uli Edels „Der Baader Meinhof Komplex“ (2008) und Sönke Wortmanns Historiendrama „Die Päpstin“ (2009), in dem Johanna Wokalek die Titelrolle übernahm. Außerdem war sie in Lars Kraumes „Die kommenden Tage“ (2010) sowie Sherry Hormanns Komödie „Anleitung zum Unglücklichsein“ (2012) zu sehen. 2017 folgte der ZDF-Zweiteiler „Landgericht – Geschichte einer Familie“ von Matthias Glasner sowie der Kinofilm „Freiheit“ von Jan Speckenbach, der im Wettbewerb des Locarno Festivals lief. „Landgericht – Geschichte einer Familie“ wurde 2018 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.

 

Musiktheater
Nach ihrem Operndebüt bei der Uraufführung von Marc-André Dalbavies „Charlotte Salomon“ (2014) im Rahmen der Salzburger Festspiele übernahm Johanna Wokalek in Thomas Hengelbrocks Produktion von Henry Purcells „Dido und Aeneas“ (2015) die Rolle der Sorceress – erweitert um einen von ihr selbst geschriebenen Prolog und Epilog. Im Sommer 2017 war sie zudem als „Jeanne d’Arc“ in Arthur Honeggers gleichnamigem Oratorium – inszeniert von Àlex Ollé (La Fura dels Baus) –  an der Oper Frankfurt  zu sehen.

 

Kreationen
Über die Bühnen- und Filmarbeit hinaus wirkt Johanna Wokalek seit einigen Jahren an der Realisierung von Kreationen mit, die über die Interaktion zwischen Musik, Theater, Literatur und Bildender Kunst neue künstlerische Ausdrucksformen erproben. So nahm sie im Jahr 2011 die CD „Nachtwache“ mit dem Balthasar-Neumann-Chor auf: ein Programm, das wirkungsvoll Musik und Poesie der Romantik zusammenführt und erstmals das kreative Potenzial einer Zusammenarbeit von Johanna Wokalek mit dem Dirigenten Thomas Hengelbrock bewies. Im Jahr 2015 eröffnete die Schauspielerin mit einem eigens von ihr konzipierten Programm das Hamburger Theater Festival „Fast ganz die Deine“, eine musikalisch-szenische Lesung aus dem gleichnamigen Briefroman der Französin Marcelle Sauvageot. Mit der musikalisch-literarischen Inszenierung „Nana“ präsentierte Johanna Wokalek im Rahmen der Manet-Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle 2016 ein fesselndes Bild der Pariser „Belle Époque“. Gemeinsam mit dem kubanischen Ensemble „Caribe Nostrum“ entwickelte sie das musikalisch-literarische Programm „Kuba – eine Spurensuche“, das im August 2017 in Deutschland uraufgeführt wurde.

Johanna Wokalek ist seit 2012 mit dem Dirigenten Thomas Hengelbrock verheiratet. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn und lebt in Paris und Hamburg.